Kleinwagen sind beliebt: Sie bieten viel Platz und sind mittlerweile dank
kräftiger Motoren und komfortabler Fahrwerke auch für weite Strecken
geeignet. Doch wie groß ist das Verletzungsrisiko, wenn es kracht?
Noch beim ersten Euro-NCAP-Crashtest vor zwei Jahren hatten die Kleinwagen
katastrophale Schwächen gezeigt. Mittlerweile gibt es viele sichere Wagen
wie den Testsieger Toyota Yaris aber auch noch labile Erscheinungen
wie den Citroën Saxo.
Seinen Saxo hat Hersteller Citroën jüngst ebenso überarbeitet wie Lancia seinen Y, und auch bei Opel rollt die nächste Corsa-Generation vom Band. Wir haben diese drei Fahrzeuge dennoch erneut aufgenommen, weil sie erst kürzlich ausgelaufen sind und millionenfach als junge Gebrauchte angeboten werden.
Die Bilanz lautet: Das Kleinwagensegment ist insgesamt sicherer denn je. Fahrgastzellen und Fahrzeugböden sind steifer und robuster geworden. Die Sieger im Test erreichten nahezu Werte wie die Golf-Klasse. Am deutlichsten wird die positive Entwicklung bei den Einrichtungen zur passiven Sicherheit: Gurtstraffer und Dreipunkt-Gurte sind heute ebenso serienmäßig, wie Fahrer- und oft auch Beifahrerairbags.
Trotzdem muss noch einiges getan werden, um beispielsweise die starken Kräfte zu bändigen, die beim Aufprall über den Gurt auf den Brustkorb der Insassen wirken. Smart, Corsa und Lupo gehen hier mit gutem Beispiel voran.
Bei aller Euphorie bleibt ein großes Problem nach wie vor bestehen: Die Sicherheit von Kindern ist noch lange nicht ausreichend gewährleistet. Fehlende oder unzureichende Hinweise, bei aktiviertem Beifahrerairbag keinen Reboard-Kindersitz auf der Beifahrerseite vorn zu installieren, sind die Regel. Renault ist hier vorbildlich.
Die Kopfbewegungen der Kleinen beim Front- und Seitenaufprall müssen auch im Kleinwagen in Zukunft besser kontrolliert werden, um Verletzungen zu vermeiden. Gerade in diesen Fahrzeugen fährt schließlich ein Großteil unserer Kinder täglich mit. Probleme bereitet die schiere Größe vieler Kindersitze. Offensichtlich hat niemals ein Kindersitz-Entwickler versucht, sein Produkt in einen dreitürigen Kleinwagen einzubauen und dann auch noch den lieben Nachwuchs dort unterzubringen. Hier sind Gehirnschmalz und Raumgefühl bei der Konzeption kleinwagentauglicher und sicherer Rückhaltesysteme gefragt. Auch müssen sich die Hersteller fragen lassen, warum in den Kleinwagen Befestigungsmöglichkeiten für die sonst so sicheren ISOFIX-Rückhaltesysteme fehlen? Die Kleinen sind sicher geworden, aber es gibt noch viel zu tun.