Trotz weitgehend formstabiler A- Säule (max. vertikale Deformation statisch 51 mm) fällt das Ergebnis des recht neuen Astra wesentlich schlechter aus als das des VW Beetle. Das fehlende aktive Überroll-Schutzsystem ist ein Grund dafür. Außerdem ist die Kopffrei-heit beim Astra von Haus aus geringer ist als beim Beetle. Zum anderen verfügt der Astra nicht über ein aktives Überroll-Schutzsystem. Der Kopf des 50-Prozent-Dummys ragt vorne 8 mm über die Kopfschutzlinie (Verbindungslinie Oberkante deformierte A-Säule zu Ober-kante Rücksitzkopfstütze). Hinten sind es 90 mm. Die entsprechenden Werte für den 95-Prozent-Dummy sind vorne 50 mm und hinten 128 mm.
Wie beim Beetle tritt auch beim Astra der Kopf des Beifahrers seitlich aus der Fahrzeugkontur und berührt kurzzeitig den Boden. Auf Grund des weit vorne liegenden Schwerpunkts rollt der Astra bei diesem Test über die Frontpartie ab. Dies bewirkt, dass trotz Kopfkontakt die Kopfbelastungen vorne niedrig bleiben.
Trotz des mangelhaften Überlebensraums im Heck tritt bei den Rückinsassen kein Kopfkontakt mit der Fahrbahn auf. Grund dafür ist das Abrollen über die Frontpartie. Die Kopfbelastungen bleiben sehr niedrig.
Die Türen lassen sich auch nach dem Überschlag leicht öffnen.
Fazit:
Das bei diesem Versuch auftretende Abrollen des Astra über die Frontpartie wirkt sich günstig auf die Kopfbelastungswerte der Insassen aus. In der Praxis sind allerdings auch Abrollsituationen vorstellbar, bei denen sich die Schwächen beim Überlebensraum nachteilig auf die Belastungswerte auswirken. Das Testurteil ist daher eine Kombination der Noten für Kopfbelastung und für Überlebensraum. Für die Frontsitze ergibt sich aus guter (geringer) Kopfbelastung und ausreichendem Überlebensraum das Testurteil befriedigend. Für die Rücksitze ergibt sich aus sehr guter (sehr geringer) Kopfbelastung und mangelhaftem Überlebensraum das Testurteil ausreichend. Wie gesagt: Rollt der Astra weniger optimal ab, kann der Überschlag für die Fondleute auch in der Katastrophe enden.